langsam üben

 
 

 
 
   
 
 
Über mich
Bilder
Medien
Unterricht
Artikel
langsam üben
Schneller werden
Links
Kontakt

 

Warum langsam üben?

            .wenn es doch auch schnell (nicht)geht


"Langsam üben“ dies ist ein immer wiederkehrender Ausruf des geplagten Lehrers.
Doch dem so gequälten Schüler fällt es in der Regel extrem schwer, dieser Aufforderung nach zu kommen.
Die folgenden Zeilen sollen die Zusammenhänge beleuchten und den dann hoffentlich motivierten Schüler befähigen, der Aufforderung "langsam üben“ Folge zu leisten.

 

 

Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, sehr wenig über unseren Körper zu wissen (vielleicht bilden sich Ärzte ein, mehr darüber zu wissen - ich bin mir da nicht so sicher.). Das heist wir führen sekündlich komplizierteste Bewegungen aus und erbringen erstaunlichste Gehirnakrobatik (auch die unter uns, die das Denken nicht gerade erfunden haben..), ohne dass wir Auskunft geben könnten, was da gerade genau passiert.

 

Wir haben also ein mächtiges Instrument zur Verfügung (unser Körper), auf den wir uns verlassen und dem wir Anweisungen geben können.

 

Ich vergleich das gerne mit einem Computer. Ein Computer erbringt beachtliche Leistungen, wenn richtig programmiert. Jawohl: wenn richtig programmiert und da sind wir schon mitten drin im Thema. Wir müssen unserem Körper genaue Anweisungen geben, was er tun soll. Gleichzeitig müssen wir kontrollieren, ob das gewünschte auch passiert und gegebenenfalls korrigierende Anweisungen erteilen.

 

Und dazu benötigen wir Zeit.

 

Wenn unser Körper keine genauen Anweisungen erhält, schaltet er sofort auf eine Art "Notprogramm“. Ein Beispiel: Manche Eltern verfallen auf die Idee, ihr geliebtes Kind einfach ins Wasser zu werfen, damit es Schwimmen lernt. Dieses Verfahren ist nicht nur etwas grausam, es initialisiert auch sofort ein "Notprogramm“. Der Schwimmstil, der dadurch entsteht ist wohl kaum geeignet, um Olympia Medaillenhoffnungen zu erfüllen.

 

Wenn der Körper versucht, eine Aufgabe zu erfüllen, deren Lösung er nicht kennt, strengt er sich mit allem an, was er hat, d.h. es werden Muskeln betätigt, die nicht benötigt werden und noch schlimmer, es werden Muskeltätigkeiten miteinander auf eine Art verknüpft, die so nicht effektiv ist. Das führt dazu, dass sich Verspannungen addieren und Muskelaktivitäten sich gegenseitig behindern.

 

Für die Praxis ist es wohl am besten, sich nach jeder Bewegung zu entspannen, um eventuellen Verspannungen/Bewegungsverknüpfungen auf die Spur zu kommen.

 

Und, der geschätzte Leser errät es schon: Dazu benötigen wir Zeit.

 

Was bei Virtuosen so mühelos aussieht, ist ein maximal effektiver Bewegungsablauf.

 

Wenn wir beim Üben eine gewisse Schwelle überschreiten, wird sofort das verflixte "Notprogramm“ eingeschaltet. Das sollten wir vermeiden, was hoffentlich jetzt einleuchtet. Nicht? Dann noch mal lesen!

 

Im nächsten Artikel möchte ich dann einige Gedanken zum Thema:
"Langsam kann ich jetzt spielen - wie werde ich schneller?“ darlegen.

 

Ein guter Lehrer kann dir dabei helfen, die richtigen Bewegungen zu finden und die Verspannungen abzubauen.

 

Lese folgende Artikel von Tom Hess (großer Gitarrist, Lehrer und Mentor) in englischer Sprache.

 

Do you really need a teacher?

 

Choosing a teacher